Zur Wahl in Bolivien 2014

Die Wiederwahl Evo Morales am 12. Oktober, dem Tag des indigenen Widerstands, war keine Überraschung gewesen. Allenfalls die Eindeutigkeit des Sieges kann ein Wimpernzucken rechtfertigen. Zu stark ist die Ausstrahlungskraft des ersten indigenen Präsidenten Lateinamerikas und zu zersplittert die Opposition. Mit sechzig Prozent kann Bruder Evo, wie ihn viele Bolivianer liebevoll nennen, nun in die dritte Amtszeit starten. Das klare Votum der Bolivianer für Evo Morales Ayma zeigt, dass sich der Andenstaat in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Das alte Parteiensystem der Republik spielt im neuen Machtgefüge zunehmend die Statistenrolle. Neue politische Akteure, Campesinos und indigene Völker, geben mehr und mehr den Ton an. Für sie ist Evo Morales unter allen Präsidentschaftskandidat die einzig wählbare Option. Hinter der Fassade knirscht es jedoch mächtig. Evo Morales ist lange nicht mehr so unumstritten, wie bei der letzten Wahl 2009, als er eine Zweidrittelmehrheit erringen konnte. Die skeptischen Stimmen in den eigenen Reihen haben deutlich zugenommen

Für den ORF produzierte ich für die Wahl einen Hintergrundbericht und Radio Lora aus München interviewte mich zur Wahl in Bolivien 2014: